Rennrad? Ich nie! Doch dann.......

 

....kam die VOR-TOUR der Hoffnung.

 

Es kam unverhofft - wie so oft.

 

 


Ich habe das Thema "Radtourismus" seit 2001 über acht Jahre mit aufgebaut.

Nun war ich 2009 "endlich" Projektmanagerin für "Rad" bei uns in der Destination. Auf dem Rad gesessen allerdings hatte ich bis dahin noch nicht sehr oft.

Dennoch hatte ich den Ex-Rennrad-Profi Marcel Wüst als Testimonial direkt für unsere Rad-Destination gewinnen können. Hier kann ich mich noch ganz genau an das erste Treffen am Anfang Januar 2009 mit Marcel erinnern. Ich war schrecklich aufgeregt.

Grundlos. Es hat von Anfang an gepasst!

 

Und auf der weltweit größten Tourismusbörse, der ITB in Berlin, erhielt ich im März 2009 als "Rad-Projektmanagerin", gemeinsam mit unserem Geschäftsführer, Achim, die Einladung, doch bei der Tour der Hoffnung im August, welche in diesem Jahr in einer unserer Destinationen startete und durch den Westerwald führte, mit zu fahren.

Die Tour der Hoffnung führt seit 1984 durch die verschiedensten Regionen Deutschlands und sammelt auf der jeweiligen Strecke Spenden für krebs- und leukämiekranke Kinder.

 

Marcel war in 2009 mit uns in Berlin auf der ITB und ich kann mich noch sehr gut an seine Worte erinnern, als ich ihm von dieser Einladung zur Tour der Hoffnung und meiner Unsicherheit, hier mitfahren zu können, berichtete: "Und wenn du dann am Berg bist, es schwierig wird, die Beine weh tun und du meinst, nicht mithalten zu können: dann denk an die Kinder, für die du unterwegs bist und welche Schmerzen diese durch Chemo etc. ertragen müssen. Das lässt dich deine müden Beine und Schmerzen vergessen und du schaffst den Berg."

 

Also: Ich bin gestartet. Im August 2009. In Bad Marienberg im Westerwald. Mit meinem Trekkingbike.

Ich bin vorher ein paar Mal den Schinderhannes-Radweg, der vor meiner Haustür entlang führt, gefahren. Ich fühlte mich "vorbereitet".

 

Es waren über 180 Fahrer am Start. Ich machte verschiedenste bekannte Sportler aus: Norbert Schramm, Guido Kratschmer, Ellen Wessinghage, Petra Behle..... Und als der Aufruf zum Start kam und die Bitte, dass die Promis für die Fotos vorne fahren sollten ...und ich somit an 180. Stelle startete - in Bad Marienberg, im Westerwald (! siehe Höhenprofil) - ging mir schon nach ca drei Kilometern hinter Bad Marienberg die Puste aus. Denn die Profi's legten an der Spitze ein ganz schönes Tempo vor.

Tour der Hoffnung 2009
Tour der Hoffnung 2009
Einer der Stopps bei der Tour der Hoffnung 2009. Bis hierher schon mal geschafft :-)
Einer der Stopps bei der Tour der Hoffnung 2009. Bis hierher schon mal geschafft :-)

Ohhh, schiebst du mich.....


Klar war: Ich konnte das Tempo nicht halten. Der Widerstand der Reifen meines Trekkingbikes waren nicht alleine der Grund dafür, dass ich nach den drei Kilometern Achim zurief, dass ich mich zurückfallen lassen will und "dann einfach nachkomme". Ich hätte es auch - irgendwann und irgendwie - geschafft. 

Aber ich kannte ja noch nicht die Gepflogenheiten der Tour: Keine Chance, sich zurück fallen zu lassen: Es kam eine helfende Hand, die mich anschob. Ich wusste gar nicht, wie mir geschah. Und ich weiß bis heute nicht, wer mir hier geholfen und mich - am ganzen Fahrerfeld vorbei - bis nach vorne geschoben hat.

 

Natürlich hat es nicht lange gedauert, bis ich - dem Profil des Westerwaldes und meiner Kondition geschuldet - wieder hinten gelandet bin. Aber immer wieder fand sich eine helfende Hand, die mich unterstützte - so wie die Tour der Hoffnung die Kinder und Familien unterstützt, die sich mit dieser Krankheit auseinander setzen müssen.

 

55 km später: Achim und ich müssen uns bei einem der Stopps, an denen die Spenden in den verschiedenen Orten entlang der Strecke und aus genialen Aktionen im Vorfeld gesammelt werden, aus diesem ersten Tag zur Tour der Hoffnung ausklinken. Wir fahren mit dem Zug zurück nach Nistertal bei Bad Marienberg/Westerwald. Die letzten Kilometer von NisterTAL nach Bad MarienBERG mit dem Rad - bei strömenden Regen - machen uns zu schaffen. Doch wir packen es. Irgendwie 😉.

 

Und wir wissen: Dieses Engagement sowohl der Fahrer als auch der Menschen vor Ort an der Strecke für die krebs- und leukämiekranken Kinder hat uns mächtig beindruckt - hier wollen wir - auch mit unserem Unternehmen RPT GmbH - zukünftig weiter unterstützen!

Stopp der VOR-TOUR der Hoffnung 2010 in der Geschäftsstelle der RPT GmbH
Stopp der VOR-TOUR der Hoffnung 2010 in der Geschäftsstelle der RPT GmbH
Scheckübergabe der RPT GmbH an die VOR-TOUR der Hoffnung (2011)
Scheckübergabe der RPT GmbH an die VOR-TOUR der Hoffnung (2011)


Die VOR-TOUR der Hoffnung rollt durch den Hunsrück


Noch immer beindruckt durch die Erfahrungen, die Emotionen, die Geschichten während meiner ersten Teilnahme an der Tour der Hoffnung, stellte ich dem Organisator der VOR-TOUR der Hoffnung, Jürgen, die Frage im Nachgang: "Warum kommt Ihr denn nicht mal in den Hunsrück?" (also in meine Heimatregion). Gefragt - beantwortet: "Wir kommen!".

 

Die VOR-TOUR der Hoffnung ist 1996 von Jürgen ins Leben gerufen worden. Sie findet seit dem an den zwei Tagen vor der Tour der Hoffnung in unseren Regionen in/um Rheinland-Pfalz statt, bevor die Tour der Hoffnung jeweils Mittwochs in Gießen startet und von dort aus in eine Region irgendwo in Deutschland führt.

 

2010 dann kam die VOR-TOUR der Hoffnung - auf meine naive Frage hin - in den Hunsrück.

Neuland.

Im Vorfeld habe ich versucht, alle möglichen Hebel in Bewegung zu setzen. Bürgermeister, Vereine, Schulen, Kindergärten, Unternehmen von dieser Charity-Veranstaltung zu überzeugen, um möglichst viele Unterstützer und somit auch Spenden zu generieren. Ich fühlte mich schrecklich alleine. Es war ungeheurlich schwer.

 

Aber der ein oder andere hatte es direkt verstanden! Unterstützte! Entwickelte Ideen! An diese Menschen an dieser Stelle ein ganz besonders herzliches Dankeschön!

Ihr wisst, dass Ihr gemeint seid, Klaus-Peter, Petra und Michael, Beate und Horst, Heike und Jörg, Michael, Heribert, Trudel und alle anderen (!)

Scheckübergabe 2010 in Kastellaun/Hunsrück
Scheckübergabe 2010 in Kastellaun/Hunsrück
Ziel 1. VOR-TOUR-Tag 2010: Koblenz. Geschafft. Müde. Glücklich. Die VOR-TOUR-Radler der RPT GmbH
Ziel 1. VOR-TOUR-Tag 2010: Koblenz. Geschafft. Müde. Glücklich. Die VOR-TOUR-Radler der RPT GmbH

 

....... Und umso schöner, mit zu erleben, dass der Funke übersprang und sich für unser Thema und unsere Idee in den folgenden Jahren mehr und mehr tolle, engagierte Menschen aus dem Hunsrück und den anliegenden Regionen fanden, die immer weiter geniale Ideen und Anlässe kreieren und Engagement zeigen, um die VOR-TOUR der Hoffnung zu unterstützen. Einfach nur: Toll! Danke!

 

Ihr (Hans-Josef, Dieter, Hildegard, H.-W., Oswald, Heidi, Achim, Sabine, Klaus-Peter, Andrea, Rainer, Heinz, Rudi .........) seid einfach nur spitze!

Die Rhein-Hunsrück-Kümmerer im Einsatz bei einer der vielen Aktionen im Vorfeld zur VOR-TOUR der Hoffnung
Die Rhein-Hunsrück-Kümmerer im Einsatz bei einer der vielen Aktionen im Vorfeld zur VOR-TOUR der Hoffnung

 

Ich Rennrad? NIE!

 

Und dass ich in diesem Jahr 2010 dazu gelernt hatte und nicht mehr mit dem Trekking-Bike gestartet bin  - habe ich auch Michael zu verdanken.

 

Noch in meiner Zeit als Projektmangerin "Rad" hatte ich ein Radsportcamp mit Marcel Wüst im Hunsrück initiiert. Dieses fand nur zwei Monate vor der VOR-TOUR der Hoffnung 2010 statt. Ich war bei diesem Radsportcamp dabei. Allerdings als Betreuer, Proviant-Zulieferer, ohne (Renn)Rad, dafür mit dem Auto. Aus dieser Zeit rund um das Radsportcamp stammt noch mein Ausspruch - in vollster Überzeugung: "Ich Rennrad? NIE!"

 

Nun stand die VOR-TOUR der Hoffnung 2010 bevor. Sie führte durch "meine" Region. Ich hatte es so gewollt.

Ich wollte mitfahren und eingermaßen mithalten.

Also lieh ich mir ein Rennrad bei unserem Radhändler Michael, der mir dieses für zwei Wochen, inclusive der VOR-TOUR-Tage, zur Verfügung stellte, mit der Option, dieses nach der VOR-TOUR wieder an ihn zurückgeben zu können.


Doch: DIESES Rennrad wechselte unmittelbar nach der VOR-TOUR den Besitzer: Ich war nun stolze Besitzerin meines ersten Rennrades.

Zwischenzeitlich habe ich - als "Ich Rennrad? Nie! - Verfechterin"

- mein zweites Rennrad

- bin unterwegs für die RadReporter - vornehmlich in meiner Heimat

- bin im CasaCiclista-Jedermann-Team von/mit Marcel Wüst, der auch die VOR-TOUR der Hoffnung mit unterstützt und dabei ist (Danke, Marcel!)

- habe ich in 2012 den Sant Salvador auf Mallorca mit dem Rennrad bezwungen. Fußgänger hätten mich hier bestimmt überholen können, aber egal: ich bin ohne fremde Hilfe oben auf den Sant Salvador angekommen (o.k., Marcel Wüst hat mich die letzten Meter rauf gequatscht..... aber nicht rauf geschoben!). Ihr könnt gar nicht nachvollziehen, was für eine Panik ich im Vorfeld zu dieser Fahrt rauf auf den Sant Salvador hatte

- konnte ich in 2014 meine Zeit zur Bezwingung des Sant Salvador im Vergleich zu 2012 um sieben Minuten verbessern (bin aber immer noch mindestens 20 Minuten hinter Marcel oben 😆).

- bin ich in 2014 meine ersten Jedermann-Radrennen (Eschborn-Frankfurt und Mondsee-Radmarathon) im CasaCiclista-Jedermann-Team gefahren und ins Ziel gekommen

Geschafft! Sant Salvador, Mallorca 2012
Geschafft! Sant Salvador, Mallorca 2012
YEAH! Sant Salvador, Mallorca 2014
YEAH! Sant Salvador, Mallorca 2014

 

Und das alles auch und gerne, um mithalten zu können bei der VOR-TOUR der Hoffnung, um weniger Schmerzen am Berg zu haben, um die Helfer bei der VOR-TOUR zu entlasten, damit sie mich nicht mehr den Berg hoch schieben müssen und - das ist das Wichtigste (!) - um den Kindern und Familien zu helfen, die sich mit dieser Krankheit auseinander setzen müssen. Ihnen Mut zu machen. Zeichen zu setzen!

Marcel Wüst, ich, Florian Monreal und Andre Benoit vom Team Kuota (v.r.n.l) während der VOR-TOUR der Hoffnung 2014
Marcel Wüst, ich, Florian Monreal und Andre Benoit vom Team Kuota (v.r.n.l) während der VOR-TOUR der Hoffnung 2014

 

Ihr könnt auch mit helfen! Auch ohne Rennrad!

 

Seit 2009 bin ich nun dabei bei der VOR-TOUR der Hoffnung. Erlebe dieses Gemeinschaftsgefühl. Erfahre diese Unterstützung - obwohl die Unterstützung doch eigentlich die Famlien mit den kranken Kindern erfahren sollen - doch das eine schließt das andere nicht aus. Man schiebt mich (noch immer) den Berg rauf, damit auch ich Teil sein und helfen kann, Spenden zu sammeln für die Menschen und Institutionen, die diese Spenden dringend benötigen.

 

Gerne möchte ich über meine Geschichten auch mit dazu beitragen, dass so viele Menschen wie möglich von der Idee und dem Engagement der VOR-TOUR der Hoffnung erfahren und die Gelegenheit bekommen, hier mit zu unterstützen. Nicht nur in diesem Jubiläumsjahr  (2015: 20 Jahre VOR-TOUR der Hoffnung), sondern auch gerne darüber hinaus.

 

Übrigens: bei der VOR-TOUR der Hoffnung gehen 100% der Spenden dorthin, wo die Hilfe benötigt wird!

 

Ihr wollt helfen? Dann hier entlang!

  

Wohin konkret fließen die Spenden der VOR-TOUR der Hoffnung und wofür?

 

Hier nur einige Beispiele, wofür die VOR-TOUR der Hoffnung steht.

Wir unterstützen seit vielen Jahren:

 

- die Unnauer Patenschaft zur Unterstützung krebs- und schwerkranker Kinder und Jugendlicher e.V.

Diese helfen vielen Familien, deren Kinder an unterschiedlichsten Erkrankungen leiden, indem sie

  • z.B. Therapien mit unterstützen, die durch Krankenkassen nicht anerkannt und finanziert werden
  • notwendige Umbaumaßnahmen im häuslichen Bereich zur Sicherstellung der Heimpflege fördern
  • die Kosten für eine dringende Auszeit für die pflegenden Eltern und das erforderliche, z.T. Rund-um-die-Uhr-Pflegepersonal  übernehmen

- Kleine Herzen Westerwald

Sie helfen und vermitteln z.B. aktuell bei einer dringend benötigten Operation eines 9-jährigen Mädchens aus der Mongolei mit einer hochgradigen Pulmonalklappeneinengung.

 

- Förderverein Lützelsoon

Ermöglicht finanzielle Unterstützung z.B. bei Fahrtkosten.

Auch unterhält der Förderverein Wohnungen auf Schloss Wartenstein, die kostenlos an krebskranke Kinder und deren Familien für Erholungsaufenthalt oder Nachsorge überlassen werden. uvm.

 

- Villa Kunterbunt und Kindermedizin im Klinikum Mutterhaus

Das Klinikum Mutterhaus der Borromäerinnen in Trier ist das einzige Haus in der Großregion Trier, in dem Kinder mit bösartigen Erkrankungen betreut werden. Durch unsere Spenden konnten z.B. zwei onkologische Fachkinderkrankenschwestern, eine Psychologien und ein indivuduelles Betreuungsangebot mit finanziert werden.

Die Villa Kunterbunt ist ein Nachsorgezentrum für krebs-, chronisch- und schwerstkranke Kinder und deren Familien. Die Einrichtung ist zu 90% Spendenfinanziert und kann somit Ergotherapie, Heilpädagogik, Sozialberatung, psychologische Unterstützung, Diätküche, Sportraum, Werkraum, therapeutische Ferienfreizeiten, eine Elternwohnung gegenüber dem Klinikum anbieten.

 

- Kinder- und Jugendklinik Kemperhof

Mit den Spenden ist man in der Lage, Verbesserungen durch zusätzliche Geräte, mehr Personal und Betreuungspersonen sowie Spielsachen in der Klinik umzusetzen. Die VOR-TOUR der Hoffnung unterstützt darüber hinaus die Forschung, worüber die Heilungschancen auf heute etwa 80% verbessert werden konnten. Es wurde ein Netzwerk in der pädiatrichen Onkologie geschafften, das es in Koblenz, dem Standort des Kemperhof, ermöglicht, die Patienten mit den neuesten Erkenntnissen und den besten Referenzen und Empfehlungen europaweit zu behandeln.

 

"Durch die Spenden können wir aber auch die Familien und Geschwisterkinder besser betreuen, damit diese nicht ein "Schattendasein" führen müssen, sondern integriert werden. Ich möchte nie mehr den Satz eines Bruders hören: "Ich will auch Leukämie haben!!" Bei aller Freude über die besseren Heilungschancen dürfen die 20% nicht vergessen werden, die an ihrer Krebserkrankung sterben." (Dr. Rudolf Ferrari, Leitender Oberarzt Kinder- und Jugendklinik Koblenz).

 

Der Leitende Oberarzt und der Chefarzt der Kinder- und Jugendklinik radeln seit Jahren bei der VOR-TOUR der Hoffnung auch mit.

 Um hier weiter mit helfen zu können, Zeichen zu setzen, zu sensibilisieren - bin ich doch gerne auf's Rennrad umgestiegen.

 

P.S. Auch eine schöne Idee: Charity schmeckt.

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