Sri Lanka, die „Träne Indiens“, verzauberte uns mit seiner üppigen Natur und der abwechslungsreichen Geografie. Smaragdgrüne Regenwälder, die zum UNESCO-Weltnaturerbe zählen, wechseln sich mit
sanften Hügeln und leuchtenden Teeplantagen ab.
Über 300 Wasserfälle stürzen spektakulär in die Tiefe, gespeist von insgesamt 103 Flüssen, die sich durch das Land schlängeln.
An der Nordwestküste erinnert die Adamsbrücke, ein aus Sand- und Korallenbänken bestehendes Naturwunder, daran, dass Sri Lanka vor etwa 3.000 Jahren noch mit Indien verbunden war – an der engsten
Stelle liegt die Nachbarinsel heute nur etwa 35 Kilometer entfernt.
Rund 800 Kilometer nördlich des Äquators gelegen, bietet die Insel ein tropisches Klima, das durch den Monsun von Mai bis September geprägt wird.
Diese Mischung aus vielfältigen Landschaften und eindrucksvoller Natur macht Sri Lanka zu einem unvergesslichen Reiseziel - auch für uns.
Im Rahmen unserer Delegationsreise der VOR-TOUR der Hoffnung mit fly & help durch Sri Lanka begegnen wir einer Bevölkerung, die genauso
vielfältig ist wie die Natur der Insel. Rund 21 Millionen Menschen leben hier, verteilt auf die Städte, kleine Dörfer und die grünen Ebenen. Wir treffen vor allem auf die Singhalesen, die etwa
drei Viertel der Bevölkerung ausmachen. Sie leben überwiegend im Süden und Westen, sprechen Singhalesisch und prägen mit ihrem buddhistischen Glauben das kulturelle Leben.
Im Norden und Osten leben vornehmlich Tamilen. Sie unterteilen sich in die Sri-Lanka-Tamilen, die hier schon seit Jahrhunderten ansässig sind, und die indischen Tamilen, deren Vorfahren einst auf
die Teeplantagen im Hochland kamen. Sie sprechen Tamil und folgen meist dem Hinduismus, was sich besonders in farbenfrohen Festen zeigt.
Des Weiteren leben in Sri Lanka muslimische Moors, die Burgher mit europäischen Wurzeln sowie kleine Gemeinschaften von Malaien und den Veddas, den Ureinwohnern Sri Lankas.
Diese Mischung aus Ethnien und Religionen erleben wir auch im Rahmen unseres kurzen Aufenthaltes – in den Straßen, den Restaurants, auf Märkten, im Theater.
Überall empfangen uns die Menschen mit Offenheit und Herzlichkeit, mit lebendiger Kultur, in der Tradition und Moderne nebeneinander existieren.
Negombo
Nach einer langen Reise von Frankfurt über Istanbul nach Colombo beginnt unser Sri-Lanka-Abenteuer mit einem herzlichen Ayubowan!
Schon bei der Fahrt nach Negombo spüren wir die tropische Wärme und das lebendige Treiben. Die Zeitverschiebung zu Deutschland beträgt aktuell +4,5 Stunden.
In Negombo erkunden wir zunächst den Fischmarkt. Hier begegnet uns der intensive Duft von frisch gefangenem Fisch und am Strand sehen wir, wie gesalzener Fisch in der Sonne auf
großen Matten aus Kokosfasern getrocknet wird – eine traditionelle Methode, die ihn als Trockenfisch lange haltbar macht.
Entlang des Hamilton Kanals und der Gassen entdecken wir die Überreste des alten holländischen Forts und spazieren am Kanal weiter entlang, der einst für den Gewürzhandel genutzt
wurde.
Aufgrund der portugiesischen Kolonialzeit trifft man in Negombo - auch “Klein-Rom“ genannt - immer wieder auf Bauten und Zeichen des Christentums. Besonders beeindruckend ist die St. Mary’s
Kirche - eine der größten Kathedralen Sri Lankas und das Wahrzeichen der Stadt mit ihrer kunstvoll bemalten Decke, die Szenen aus dem Leben Jesu zeigt.
Nach dieser kurzen, aber intensiven Stadtrundfahrt lassen wir den Tag entspannt am Hotelpool oder am Strand ausklingen. Und kommen richtig in Sri Lanka an.
Unser erstes Singhalesisch-Wort lernen wir auch gleich: Estuti – Danke!
Aufbruch ins Kulturdreieck
Unsere Reise führt uns weiter ins Kulturdreieck Sri Lankas. Unterwegs halten wir hier - an einem Sonntag - an zwei Schulen bzw. Gottesdiensten.
In Sri Lanka sind etwa 60 % der Bevölkerung Kinder und Jugendliche. Die meisten Familien haben zwei bis drei Kinder. Rund 70 % der Kindergärten sind privat, und die Kinder besuchen diese
zwei Jahre lang, bevor sie in die Tempelschule wechseln. Für den Tempelsonntag stellt der Staat die festliche Kleidung zur Verfügung, während die Kindergartenkleidung von den Eltern gekauft
werden muss. In der Tempelschule lernen die Kinder neben kirchlichen Themen auch viel über soziales Miteinander.
Plantagentour in Minuwangoda
Nächster Stopp: eine kleine Plantage in Minuwangoda.
Bei unserem Spaziergang über die Chena-Plantage erfahren wir viel über den Anbau von Hirse, Mais, Maniok und frisches Gemüse. Wir bekommen mit, wie viel Geduld und Wissen in den traditionellen,
nachhaltigen Methoden steckt und spüren die Verbundenheit der Bauern mit ihrer Natur.
Anschließend sind auch wir gefordert: wir nehmen an einem Kochworkshop mit den Einheimischen teil. Wir rühren in dampfenden Töpfen und probieren uns an aromatischen Currys, knusprigen Roti und
würzigen Sambols. Danach genießen wir gemeinsam das traditionelle Mittagessen mit frischem Gemüse und duftendem Reis.
Gestärkt und voller neuer Eindrücke setzen wir unsere Reise fort und erreichen am Nachmittag Sigiriya, checken im Habarana Village ein und genießen den Abend, denn am nächsten Morgen heißt es für uns alle, recht
früh aufzustehen…
Sigiriya Rock Fortress
Am frühen Morgen brechen wir auf zur Besteigung der spektakulären Sigiriya-Felsenfestung. Schon von weitem sehen wir den 200 Meter hohen Monolithen
in der Morgensonne leuchten. Während wir uns dem Felsen nähern, stellen wir uns vor, wie König Kasyapa hier vor über 1.500 Jahren seinen Palast errichten ließ – hoch oben, sicher vor allen
Angriffen und mit einem Blick, der die Macht des Herrschers unterstreichen sollte.
Der Aufstieg beginnt durch die alten Lustgärten und Wasseranlagen, in denen sich die ersten Sonnenstrahlen spiegeln. Schritt für Schritt folgen wir dem Pfad hinauf, bis wir die berühmte
Löwenterrasse erreichen. Hier stehen wir staunend vor den gewaltigen Löwenpranken, die den Eingang zur oberen Plattform bewachen. Wir fühlen, wie die Geschichte des Ortes lebendig wird, während
wir weiter nach oben steigen.
Oben angekommen lassen wir den Blick über die weite Landschaft schweifen. Zwischen den Ruinen des Palastes und den stillen Gärten spüren wir die besondere Atmosphäre dieses Ortes: die Mischung
aus Geschichte, Kunst und der erhabenen Ruhe hoch über dem Land.
Der Rückweg führt uns schließlich entlang der Spiegelwand, in der sich einst der König bewundern konnte. Kurz darauf dürfen wir die berühmten Fresken der Wolkenmädchen betrachten. In leuchtenden
Farben blicken uns die anmutigen Wolkenmädchen entgegen, als würden sie seit Jahrhunderten über das Reich des Königs wachen.
Hurulu Eco Park
Am Nachmittag besuchen wir den Hurulu Eco Park in der Nähe von Sigiriya und tauchen ein in die faszinierende Welt der Elefanten. Hier in Sri Lanka leben rund 6500 dieser beeindruckenden Tiere,
doch nur etwa fünf Prozent tragen Stoßzähne – nicht wegen Wilderern, sondern weil sie über Generationen domestiziert wurden. Wir erfahren, dass ein Elefant rund 20 Quadratkilometer benötigt, um
genügend Nahrung zu finden. Besonders beeindruckend ist der Gedanke, dass ein Elefantenkalb bei seiner Geburt bereits 70 bis 100 Kilogramm wiegt und ganze drei Jahre lang gesäugt wird.
Staunend beobachten wir die sanften Riesen in dieser Naturkulisse.
Die wilden Asiatischen Elefanten Sri Lankas leben häufig in unmittelbarer Nähe menschlicher Siedlungen, was immer wieder zu Konflikten führt. Etwa 70 % der Elefantenpopulation bewegt sich
außerhalb von Nationalparks, da die Tiere auf ihren jahrhundertealten Wanderwegen bleiben, die heute oft durch Felder und Dörfer führen. Besonders während der Erntesaison kommt es daher
gelegentlich zu Begegnungen, wenn sie auf der Suche nach Nahrung sind.
Gleichzeitig haben Elefanten auf Sri Lanka eine tief verankerte kulturelle Bedeutung. Domestizierte Elefanten werden bis heute bei traditionellen Tempelfesten wie der Kandy Esala Perahera
eingesetzt, wo sie kunstvoll geschmückt durch die Straßen ziehen. Die Haltung von Arbeitselefanten hat eine lange Geschichte und geht auf die Königszeit zurück, als sie zum Transport schwerer
Lasten eingesetzt wurden. Heute wird verstärkt auf Schutzprogramme gesetzt, die das Nebeneinander von Mensch und Elefant fördern sollen, etwa durch spezielle Elefantenkorridore oder die
Einrichtung von „Elephant Transit Homes“ für verwaiste Kälber.
Dambulla
Auf unserer Weiterfahrt am nächsten Morgen bietet sich uns ein beeindruckendes Schauspiel: Ein majestätischer Elefant steht seelenruhig mitten auf einer Straßenseite und lässt sich von der Hektik
um ihn herum nicht aus der Ruhe bringen. Tuk Tuks, Autos und Lastwagen müssen vorsichtig auf die andere Spur ausweichen, um an ihm vorbeizukommen. Ob dieses unerwartete Aufeinandertreffen mit dem
sanften Riesen auch in den Verkehrsmeldungen gesendet wird?
In Dambulla angekommen, laufen wir durch den größten Markt dieser Region und fühlen uns sofort mitten im pulsierenden Leben dieser Stadt. Überall stapeln sich frisches Gemüse,
exotische Früchte und duftende Gewürze, die von den umliegenden Landwirten direkt hierher gebracht werden. Dieser Markt ist in erster Linie ein Umschlagplatz für Großhändler und hier wird nicht
gehandelt. Die Geräusche, Gerüche und Farben sind überwältigend. Wir beobachten, wie LKWs ihre Ladung abladen und Händler Kisten schleppen, während über allem das geschäftige Treiben liegt.
In der Nähe des Marktes liegt am Fuße des Hügels des berühmten Höhlemtempels der beeindruckende Goldene Buddha von Dambulla.
Dieser thront mit 30 Metern Höhe auf dem Dach des modernen Goldenen Tempels, der zugleich ein buddhistisches Museum beherbergt.
Die Statue wurde 2001 fertiggestellt und ist heute ein markantes Wahrzeichen am Fuße des Hügels zum berühmten Höhlentempel von Dambulla. Besucher können hier nicht nur den prächtigen Buddhabestaunen,
sondern auch spannende Einblicke in die buddhistische Kultur und Geschichte Sri Lankas gewinnen.
Unser Besuch des Höhlentempels von Dambulla schließlich beginnt mit einem kurzen, schweißtreibenden Aufstieg, der uns durch Schatten bis zu den hoch gelegenen Tempelanlagen führt.
Oben angekommen, ziehen wir unsere Schuhe aus, bevor wir die heiligen Höhlen betreten. Ein wichtiges Gebot ist es, niemals den Rücken zu einer Buddha-Statue für Selfies o.ä. zu wenden.
Die fünf Höhlen, reich verziert mit farbigen Wandmalereien und dutzenden Buddha-Figuren, erzählen die jahrhundertealte Geschichte des Tempels, der bis ins 1. Jahrhundert v. Chr. zurückreicht.
Geologisch liegen sie im massiven Granitfelsen des Dambulla-Hügels, der sich markant aus der flachen Landschaft erhebt. Über Jahrtausende formte die natürliche Erosion diese Höhlen in den Fels,
bevor sie später zu kunstvollen Heiligtümern ausgebaut werden.
Hier wird der Buddhismus in seiner Theravada-Tradition praktiziert, die in Sri Lanka besonders tief verwurzelt ist. Sie lehrt, dass das Leben von Achtsamkeit, Mitgefühl und dem Streben nach
Erleuchtung geprägt sein soll.
Die buddhistische Fahne besteht aus fünf Hauptfarben sowie einer Kombination aller Farben in einem vertikalen Streifen. Jede Farbe symbolisiert ein bestimmtes Prinzip oder eine Eigenschaft
des Buddhismus:
Blau – Steht für Mitgefühl, Frieden und universelle Liebe. Es symbolisiert die Weite des Himmels und die Allgegenwart des
Dharma.
Gelb – Verkörpert die Lehre des Buddha, den Mittleren Weg und die Überwindung von Leid und Unwissenheit.
Rot – Symbolisiert die Segenskraft, Energie und die Errungenschaften der Praxis sowie die Wärme der Erleuchtung.
Weiß – Steht für Reinheit, Weisheit und die Befreiung von allen Illusionen.
Orange – Repräsentiert die Weisheit des Buddha und den Geist der Selbstaufopferung sowie die Transformation des Geistes.
Gestreifter Farbstreifen (alle Farben vereint) – Deutet auf die Einheit aller Tugenden und die Ausstrahlung des erleuchteten Geistes
hin.
Diese Farben bilden gemeinsam die Grundlage für die Symbolik der buddhistischen Fahne und spiegeln die zentralen Werte des Buddhismus
wider.
Kawdupelella
Heute genießen wir unser Mittagessen im Ranweli Restaurant in Kawdupelella, direkt anschließend an denSirilak Spice and Herbal Botanical Garden. Das köstliche Essen wird wieder auf Bananenblättern serviert.
Während wir speisen, blicken wir auf die grünen Reisfelder, in denen die Bauern und Bäuerinnen gerade die goldenen Halme der Reispflanzen ernten.
Nach dem Essen schlendern wir durch den botanischen Garten, der uns mit einer beeindruckenden Vielfalt endemischer Pflanzen empfängt. Wir entdecken Heilpflanzen, exotische Gewürze und duftende
Blüten, deren Wirkungen und Anwendungen uns fachkundig erklärt werden. Viele dieser Pflanzen werden direkt vor Ort verarbeitet und im kleinen Hofladen angeboten, wo wir frische Produkte und
handgefertigte Kräuteröle bestaunen und natürlich auch erwerben können.
Eine nette Zugabe ist die sanfte Nackenmassage, die wir inmitten der tropischen Vegetation genießen dürfen. Umgeben von Vogelgezwitscher und den viele Pflanzen fühlen wir uns vollkommen
entspannt.
Danach setzen wir unsere Reise in Richtung Kandy fort, voller neuer Eindrücke an diesem abwechslungsreichen Tag und checken am späten Nachmittag im Cinnamon Cital ein.
Kandy
Besuch des Zahntempels in Kandy
Der Zahntempel (Sri Dalada Maligawa) in Kandy ist eine der bedeutendsten buddhistischen Pilgerstätten Sri Lankas und gehört zum
UNESCO-Weltkulturerbe. Er beherbergt die heilige Zahnreliquie des Buddha, die seit Jahrhunderten verehrt wird. Für viele Buddhisten ist ein Besuch hier von großer spiritueller Bedeutung, da nach
der Überlieferung die Bewahrung der Zahnreliquie eng mit dem Wohl des Landes verbunden ist.
Wer den Zahntempel besucht, sollte auf angemessene Kleidung achten: Schultern und Knie müssen bedeckt sein, und die Schuhe werden vor dem Betreten ausgezogen.
Besonders beeindruckend ist die tägliche Puja, die dreimal am Tag stattfindet. Während dieser Opferzeremonie strömen Gläubige in die Tempelanlage, um Blumen darzubringen und in stiller Andacht
vor der Reliquienkammer zu verweilen.
Auch wir bringen bei unserem Besuch eine Blumengabe mit und lassen uns von den Menschenmengen in Richtung Schrein treiben, begleitet von Trommeln und Flöten. Die eigentliche Zahnreliquie befindet
sich in einem goldenen Schrein, der nur zu besonderen Anlässen geöffnet wird. Als Besucher kann man jedoch die äußeren Bereiche der Kammer betreten und die Atmosphäre der Verehrung hautnah
erleben.
Das Tempelgelände selbst ist weitläufig und umfasst mehrere historische Gebäude und Ausstellungen, die ein tieferes Verständnis der buddhistischen Kultur ermöglichen. Besonders sehenswert ist das
Alut Maligawa, ein modernes Tempelgebäude mit eindrucksvollen Buddha-Statuen und kunstvollen Wandmalereien, die Szenen aus dem Leben des Buddha darstellen. Im angrenzenden Museum des Zahntempels
werden wertvolle Reliquien, Handschriften und königliche Gaben aus verschiedenen Jahrhunderten ausgestellt. Zudem gibt es die königlichen Audienz- und Zeremonialhallen, die einen Einblick in die
Geschichte des singhalesischen Königreichs bieten. Auch kleinere Schreine, Pavillons und ein malerischer Innenhof mit Teich und kunstvoll verzierten Brücken laden dazu ein, die Anlage in Ruhe zu
erkunden.
Die Geschichte des Zahntempels ist eng mit der politischen und religiösen Entwicklung Sri Lankas verknüpft. Die Zahnreliquie gelangte nach den alten Chroniken im 4. Jahrhundert n. Chr. von Indien
nach Sri Lanka. Sie wurde seitdem als Symbol königlicher Legitimation und religiöser Autorität verehrt. Jedes Jahr besuchen Pilger aus aller Welt Kandy, um Segen zu erbitten und an den Ritualen
teilzunehmen. Ein Höhepunkt ist das Esala-Perahera-Festival, bei dem die Reliquie in einer prachtvollen Prozession durch die Straßen getragen wird.
Kandy, mit ihren 125.000 Einwohnern, liegt inmitten Sri Lankas, ist bekannt für ihre üppigen Hügel, den idyllischen Kandy-See und ihre tief verwurzelte buddhistische Tradition. Neben der
spirituellen Bedeutung auf Basis des Zahntempels, der Pilger aus aller Welt anzieht, bietet Kandy koloniale Architektur und Kultur.
The Kandyan Manor in Katugastota
Nach einer kurzen TukTuk-Fahrt aus Kandy erreichen wir The Kandyan Manor in Katugastota. Das traditionelle, über 110 Jahre alte Haus (Walauwa)
in 4. Generation liegt ruhig in einem wunderschönen Garten.
Wir werden sehr herzlich empfangen und dürfen ein hausgemachtes Mittagessen genießen, welches wir draußen im Garten essen.
Die ruhige Atmosphäre und die schöne Anlage machen die Pause sehr angenehm. Nur wenige Minuten vom trubeligen Kandy entfernt fühlt es sich wie eine
kleine Auszeit an.
Kandyan Theater
Noch ist dieser eindrucksvolle Tag nicht zu Ende: Wir besuchen ein Theater und erleben eine farbenfrohe Kandyan-Tanzvorführung. Die Tänzer tragen aufwendige, buntglänzende Kostüme zu
ihrenakrobatischen Einlagen, während die Rhythmen der traditionellen Trommeln den ganzen Raum erfüllen. Die Musik, die tief in der Kultur Sri Lankas verwurzelt ist, begleitet rituelle und
festlicheAnlässe schon seit Jahrhunderten.
Weiterreise nach Nuwara Eliya im Zentralen Hochland
Handuni’s Gems & Jewellery in Waratenne/Kandy
Heute geht es von Kandy aus weiter ins kühlere Hochland, in das 1.900 m hoch liegende Nuwara Eliya.
Nach dem Frühstück starten wir unseren Tag aber erst mal mit einem Besuch bei Handuni’s Gems & Jewellery in Waratenne bei Kandy.
Bevor die Edelsteine hier ankommen, werden sie in handgegrabenen Minen gewonnen. Diese entstehen meist in Flussnähe oder in Böden mit hohem Sedimentanteil. Arbeiter prüfen den Boden durch
Probebohrungen, graben Schächte und stützen sie mit Holzgerüsten. Das Erdreich wird gelockert, Steine werden vorsichtig geborgen und grob gewaschen.
In der Fabrik sortieren Arbeiter die Rohsteine und schleifen sie Schritt für Schritt zu glatten Formen. An den Polierstationen erhalten sie ihren letzten Schliff und beginnen intensiv zu
funkeln.
Während wir durch die Werkstatt gehen, sehen wir, wie viel Handarbeit und Erfahrung in jedem Edelstein steckt.
Sri Lanka ist insbesondere für Saphire in allen Farben, darunter der seltene rosa-orangefarbene Padparadscha-Saphir, bekannt.
Sogar Idar-Oberstein ist aufgrund der Edelsteintradition ein bekannter Name in der singhalesischen Schmuckbranche!
Rothschild Tea Factory and Lounge
Wir fahren weiter ins kühle Hochland. Unterwegs halten wir an der Rothschild TeaFactory and Lounge, wo wir die einzelnen Schritte der Ceylon-Teeproduktion kennenlernen. Wir beobachten, wie die Blätter getrocknet werden, bevor sie
sortiert und verpackt sind.
Zum Abschluss probieren wir den frischen, aromatischen Tee direkt vor Ort: Weißer Tee unterscheidet sich deutlich von grünem Tee: Er wird aus den
jüngsten, unbehandelten Knospen und Blättern gewonnen und kaum verarbeitet, wodurch er besonders mild und reich an feinen Aromen ist. Grüner Tee erfährt dagegen eine kurze Erhitzung oder
Dämpfung, um die Fermentation zu stoppen.
Für die Herstellung von schwarzem Tee werden in der Regel drei Blätter von der Pflanze geerntet. Diese dienen vor allem der Massenproduktion, da sie fermentiert werden und die typischen kräftigen
Geschmacksnoten des schwarzen Tees entwickeln.
Zusammengefasst: Hochwertige Tees wie weißer Tee und Goldene Tips sind rare, teure Produkte, während schwarzer Tee aus größeren Blattanteilen für eine breite Massenproduktion genutzt wird.
Ramboda Falls
Die Straße führt uns weiter durch eine Landschaft, die noch immer von den Folgen des Zyklons Ditwah im November 2025 gezeichnet ist. Wir sehen entwurzelte Bäume, beschädigte Häuser und Hänge, an
denen die Erde abgerutscht ist.
Für unser spätes Mittagessen - die Abfahrtszeiten beim Juwelier konnten heute Morgen nicht eingehalten werden 😉, zudem ging es außerplanmäßig noch zum Shoppen von T-Shirts, Hemden, Geld wechseln.
Auch waren die Strassen kurzzeitig durch Bagger, die die Narben des Zyklons beseitigen sollen, gesperrt - kehren wir schließlich im Ramboda Falls Hotel ein.
Das Hotel selbst ist am Hang gebaut, den steilen Weg kann man per Taxi aber auch gut zu Fuß machen. Es bietet einen atemberaubenden Blick auf den Wasserfall, der über einen schmalen Weg
erreichbar ist. Während wir essen, zieht es uns immer wieder hinaus zur Aussicht – die Naturkulisse macht unser Mittagessen zur Nebensache.
Gestärkt setzen wir unsere Fahrt fort. Über die kurvenreichen Straßen schlängeln wir uns Richtung Nuwara Eliya, legen aber noch einen spontanen Stopp in einem Dorf ein. Dort bekommen wir
einenEinblick in das Leben der Teeplantagenarbeiter und sehen, in welchem Umfeld die Familien hier leben: morgen besuchen wir unsere Vorschule der VOR-TOUR der Hoffnung – der eigentliche Anlass
unserer Reise.
Vorschule der VOR-TOUR der Hoffnung
Endlich ist es soweit – wir besuchen unsere Vorschule, die durch die VOR-TOUR der Hoffnung gebaut wurde! Schon auf der Fahrt nach dem Frühstück spüren wir die Aufregung. Die letzten Monate waren
für die Region eine echte Herausforderung: Der Jahrhundert-Zyklon „Ditwah“ im November 2025 brachte Überschwemmungen und einen Erdrutsch, die die Baustelle stark beeinträchtigten. Umso
beeindruckender ist es, dass die Bauarbeiten mit so viel Engagement wieder aufgenommen werden konnten.
Als wir ankommen, erwartet uns eine feierliche Besuchszeremonie der Familien der Teeplantage an der FLY & HELP VOR-TOUR-Schule. Noch sind nicht alle Details an der Vorschule
vollständig fertiggestellt, aber die Freude über die baldige Eröffnung ist riesig.
Die Kinder begegnen uns zunächst schüchtern und zurückhaltend, voller Respekt und Bescheidenheit, die tief in ihrer Kultur verankert sind. Doch schon bald strahlen ihre Gesichter mit unseren um
die Wette und wir spüren die Herzlichkeit in jeder Begegnung.
Wir haben ausreichend Zeit, das Schulgelände zu erkunden, mit den Partnern wie HEMASOUTREACH Foundationins Gespräch zu kommen, unsere Handabdrücke zu
hinterlassen, je einen Baum zu pflanzen und ganz persönliche, unvergessliche Momente zu erleben.
„(…) Diese Schule ist ein Symbol. Ein Symbol für Verbundenheit über große Entfernungen hinweg. Ein Symbol dafür, dass wir gemeinsam etwas bewegen können.
Liebe Kinder, diese Schule ist für euch. Für eure Neugier, eure Talente, eure Zukunft. Ein Ort, an dem ihr lernen, lachen, an eure Träume glauben, Freunde finden und den Mut finden könnt, an
euch selbst zu glauben.
Wir danken allen, die diese Schule möglich gemacht haben – unseren Partnern, den Helfern vor Ort und allen Unterstützern.
Heute feiern wir Bildung.
Wir feiern Gemeinschaft.
Und wir feiern Hoffnung.
Ayubowan – und alles Gute für euren Neuanfang.“(Auszug aus der Rede von Anja
anlässlich unseres Besuches).
Der Hauptanteil der jeweiligen jährlichen Spendensummen der VOR-TOUR der Hoffnung kommt krebskranken und hilfsbedürftigen Kindern sowie deren
Familien v.a. in Rheinland-Pfalz zugute. Ein Viertel fließt über die Tour der Hoffnung direkt in die Kinderkrebsforschung. Mit einem Anteil von lediglich 5–6 % der jährlichen Spendensumme kann
ein Bau von Schulen in Ländern der sogenannten Dritten Welt realisiert werden – und genau hier sehen wir heute, wie wertvoll jeder einzelne Beitrag ist.
Es ist ein starkes Gefühl, vor Ort mitzuerleben, wie diese Unterstützung Hoffnung schenkt.
Nach dem berührenden Besuch der Vorschule der VOR-TOUR der Hoffnung genießen wir unser Mittagessen im traditionsreichen Stafford Bungalow und lassen die wunderschöne Landschaft von NuwaraEliya
aller Ruhe auf uns wirken.
Die Begegnungen und Eindrücke dieses Tages bleiben sicher noch lange in unseren Herzen.
Nuwara Eliya
Nuwara Eliya, unser Standort rund um den Besuch der VOR-TOUR-Vorschule, liegt in den zentralen Highlands auf rund 1.900 Metern Höhe und hat etwa 27.000 Einwohner.
Die Stadt ist bekannt für ihre üppigen Teeplantagen, koloniale Architektur und das angenehm kühle Klima. Bevor wir wieder abreisen spazieren wir durch gepflegten Gärten und Parks, entlang von Hotels
und Gebäuden, Golfplätzen etc. - ziemlich alles spiegelt die britische Kolonialzeit wider.
So wird Nuwara Eliya auch oft „Klein-England“ Sri Lankas bezeichnet.
Zurück zur Küste
Heute setzen wir unsere Reise wieder zurück zur Küste der Insel fort und tauchen tief in die atemberaubende Natur Sri Lankas ein. Während wir durch sattgrüne Teeplantagen und dichten
Regenwaldfahren,sehen wir rauschende Wasserfälle und kleine, ursprüngliche Dörfer. Der Regen begleitet uns ein Stück unseres Weges, prasselt auf das Busdach und verdampft sofort zischend auf dem
warmen Asphalt – ein faszinierendes Schauspiel mitten im tropischen Hochland.
Während unserer Fahrt begegnen wir in einem Ort auf eine faszinierende hinduistische Zeremonie, die tief in spirituellen Traditionen verwurzelt ist. Ein Gläubiger unterzieht sich einem
Schmerzritual, das als Opfergabe und Ausdruck seines Glaubens dient. Vor der eigentlichen Handlung werden im Tempel symbolisch die Sünden abgewaschen, um in einem reinen Zustand den Göttern
näherzutreten.
In einer Art Trance, unterstützt von rhythmischer Musik und rituellen Gesängen, scheint der Mann keine Schmerzen zu spüren. Blut tritt trotz der intensiven Prozedur nicht aus, was die mystische
Wirkung noch verstärkt. Das Zusammenspiel von Spiritualität, Körperbeherrschung und der besonderen Atmosphäre dieser Zeremonie hinterlässt einen bleibenden Eindruck – ein eindrucksvolles Beispiel
dafür, wie tief Spiritualität und körperliche Hingabe in der hinduistischen Kultur verankert sind.
Noch ganz beeindruckt von dieser hinduistischen Zeremonie kommen wir in Kitulgala an und nehmen hier an einem traditionellen Masken-Workshop teil. Wir erfahren, dass diese kunstvoll
bemalten Holzmasken seit Jahrhunderten bei Tänzen, Festen und rituellen Heilzeremonien in Sri Lanka eingesetzt werden. Jede Maske erzählt ihre eigene Geschichte – von schützenden Göttern über
mythologische Tiere bis hin zu Figuren, die Krankheiten vertreiben sollen. Wir dürfen selbst Pinselstriche setzen und tauchen so ein wenig in dieses alte Handwerk ein.
Schließlich erreichen wir die tropische Südwestküste bei Beruwala. Hier weicht der dichte Regenwald den Palmenhainen und dem weiten Blick aufs Meer. Wir spüren, wie sich das Hochland
verabschiedet und die Küste uns mit ihrer warmen Brise empfängt.
Beruwala
Beruwala, eine der ältesten Hafenstädte Sri Lankas, liegt malerisch am Indischen Ozean. Goldene Sandstrände säumen die Küste, während das klare, türkisfarbene Wasser sanft ans Ufer rollt.
Fischerboote schaukeln in der Bucht, und zwischen Kokospalmen glitzert die Sonne auf den Wellen. Wer hier entlang spaziert, spürt die Ruhe der Tropen und den endlosen Horizont des Ozeans.
Galle
Wir möchten noch gerne eine der viel beschriebenen Zugfahrten erleben. Wir planen daher, nach Galle von Beruwala aus entlang der malerischen Südküste Sri Lankas mit dem Zug anzutreten.
Der Zug rattert gemächlich an endlosen Palmenhainen, goldenen Stränden und kleinen Fischerdörfern vorbei. Immer wieder blitzt das tiefblaue Meer zwischen den Bäumen hervor, und der warme
Fahrtwind trägt den Duft von Salz und tropischen Blüten in die Waggons.
Nach etwa zwei Stunden erreicht man Galle, wo die koloniale Vergangenheit auf modernes Leben trifft. Besonders eindrucksvoll ist das historische Fort, das zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört.
Innerhalb der alten Festungsmauern laden verwinkelte Gassen, bunte Häuserfassaden, kleine Cafés und Boutiquen zum Bummeln ein.
Galle vereint Kultur, Geschichte und entspannte Küstenatmosphäre.
Auf dem Rückweg nach Beruwala genießen wir nochmal den Strand an der Nirigama Beach und lassen es uns gut gehen.
Außerdem machen wir einen kurzen Halt am Denkmal zum Tsunami, um an diesem bewegenden Ort kurz inne zu halten. Dieses Denkmal ist die Tsunami
Honganji Viharaya in Peraliya, in der Nähe von Hikkaduwa und bildet eine 30 Meter hohe Buddha-Statue ab, welche aus Japan gestiftet wurde und an die über 35.000 Opfer des Tsunamis vom 26.
Dezember 2004 erinnert. Dieser Ort markiert die Stelle, an der ein Zug von einer Riesenwelle erfasst wurde.
Auf Wiedersehen, Sri Lanka!
Nach unvergesslichen Tagen voller Eindrücke und Begegnungen heißt es nun Abschied nehmen von Sri Lanka. Mit Dankbarkeit im Herzen blicken wir zurück auf all die Erlebnisse, die uns dieser
Aufenthalt geschenkt hat – von der Vielfalt der Natur bis zu den herzlichen Begegnungen mit den Menschen vor Ort.
Unsere Heimreise nach Europa wird von einem für mich besonderen Höhepunkt begleitet: Direkt am Tag unserer Ankunft feiere ich meinen schönen runden Geburtstag bereits bei der Zwischenlandung in
Istanbul.
Dieser schöne Moment mit besonderen Menschen auf unserer Rückreise bildet einen wunderbaren Abschluss für mich und lässt mich voller Freude und Dankbarkeit wieder zu Hause ankommen.
Meine liebe Anja,
dieser Bericht von dir ist beeindruckend. Er greift alle meine Erinnerungen und positiven Empfindungen auf, die ich an unsere gemeinsame Reise habe.
Ich habe mir erlaubt, meine Familie daran teilhaben zu lassen.
Liebe Grüße aus dem Schwabenland
Hans
#2
Anja(Mittwoch, 01 April 2026 21:27)
Danke Dir sehr, Hans!
Das freut mich ungemein - schön, dass Du u.a. hierüber auch Deine family an den besonderen Erlebnissen im Rahmen unserer Delegationsreise teilhaben lassen kannst.
Liebe Grüße
Anja
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Hans (Mittwoch, 01 April 2026 12:34)
Meine liebe Anja,
dieser Bericht von dir ist beeindruckend. Er greift alle meine Erinnerungen und positiven Empfindungen auf, die ich an unsere gemeinsame Reise habe.
Ich habe mir erlaubt, meine Familie daran teilhaben zu lassen.
Liebe Grüße aus dem Schwabenland
Hans
Anja (Mittwoch, 01 April 2026 21:27)
Danke Dir sehr, Hans!
Das freut mich ungemein - schön, dass Du u.a. hierüber auch Deine family an den besonderen Erlebnissen im Rahmen unserer Delegationsreise teilhaben lassen kannst.
Liebe Grüße
Anja