1 x Traum, 5 x See, -zig mal Weitblick


Es ist eine der 111 Traumschleifen, die ich alle mal kennenlernen möchte: die Traumschleife Fünfseenblick rund um Bad Salzig.



In nur wenigen Auto-Minuten erreiche ich vom Hunsrück aus den Start dieser Rundtour in Bad Salzig am Rhein. Die zentrale Lage des Hunsrücks - es liegt übrigens der Mittelpunkt von Rheinland-Pfalz hier bei uns im Hunsrück - lässt mich rasch an Mosel, Nahe und - diesesmal - Rhein gelangen.


Ausgangspunkt für die Traumschleife Fünfseenblick ist der Kurpark in Bad Salzig. Den 27 m hohen Aussichtsturm auf den Hunsrückhöhen, der auf dieser Schleife liegt, lässt sich schon ausmachen: Er ist das Ziel meiner Tour heute.


Oben auf den Hunsrückhöhen kann man schon den 27 m hohen Aussichtsturm vom Kurpark aus ausmachen..
Oben auf den Hunsrückhöhen kann man schon den 27 m hohen Aussichtsturm vom Kurpark aus ausmachen..
Strecke der Traumschleife Fünfseenblick. Quelle der Karte: www.tourenplaner-rheinland-pfalz.de/de/
Strecke der Traumschleife Fünfseenblick. Quelle der Karte: www.tourenplaner-rheinland-pfalz.de/de/
Quelle des Höhenprofils: www.tourenplaner-rheinland-pfalz.de/de/
Quelle des Höhenprofils: www.tourenplaner-rheinland-pfalz.de/de/


Für die 10,4 Kilometer lange Rundtour werden 3,5 - 4 Stunden angegeben. Ich bezweifle schon auf dem ersten Kilometer, dass ich die Wanderung in dieser Zeit schaffen werde: Alle paar Meter tun sich neue Ausblicke auf, auf den Rhein, die "feindlichen Brüder", rauf zum Aussichtsturm....immer wieder in neuer Perspektive.

Permanent zücke ich meine Kamera und versuche, diese Ausblicke einzufangen.


Die feindlichen Brüder. Burg Sterrenberg (links) und Burg Liebenstein (rechts), oberhalb von Kamp-Bornhofen.
Die feindlichen Brüder. Burg Sterrenberg (links) und Burg Liebenstein (rechts), oberhalb von Kamp-Bornhofen.


So habe ich auch immer wieder verschiedene Perspektiven auf die zwei Burgen auf der gegenüberliegenden Rheinseite: Burg Sterrenberg und Burg Liebenstein. Auch als die "feindlichen Brüder" bekannt. Die zwei Burgen sind so nah beieinander gebaut wie sonst keine Burgen im Rheintal.

Im Hauptturm von Burg Liebenstein befindet sich heute ein Hotel.


Die ersten vier Kilometer läuft die Traumschleife Fünfseenblick parallel auf dem Rheinburgenweg und dem Jakobsweg.


Jakobsweg. Rheinburgenweg. Traumschleife Fünfseenblick.
Jakobsweg. Rheinburgenweg. Traumschleife Fünfseenblick.
Umarmung.
Umarmung.


Obwohl die Sonne hoch am Himmel steht und die Temperaturen entsprechend sind, ist die Wanderung sehr gut zu machen: Immer wieder führt mich mein Weg durch schattigen Wald, über schmale Pfade.



Ich bin erst 15 Minuten unterwegs. Und trotzdem muss ich hier an der "Sinnesbank" meine erste Pause einlegen. Einfach nur, um den Ausblick zu genießen.



Immer wieder "begegnen" mir die Schiffe auf dem Rhein. Sollte man auf dem Rheinsteig oder dem Rheinburgenweg unterwegs sein, kann man einige Streckenkilometer auch auf dem Wasser zurücklegen. Oder man lässt sich per Schiff nach einer Rad- oder Wandertour wieder zurück zum Ausgangspunkt bringen. 


Das liebe ich an den Traumschleifen, Traumpfaden, Seitensprüngen: bei diesen Rundtouren komme ich wieder zum Ausgangspunkt zurück und muss mir keine Gedanken machen, wie ich wieder zum Start und somit dem Parklatz komme.


Schiff ahoi.
Schiff ahoi.


Während ich noch kurz hinter Bad Salzig die Züge höre, die durch das Rheintal eilen, höre ich nach etwa zwei Kilometern diese nicht mehr. Statt dessen werde ich von Vogelgezwitscher begleitet.


Der Ort Weiler liegt fast in der Mitte dieser Traumschleife und wird von mir somit einmal umrundet.


Wer kennt diese Pflanze?
Wer kennt diese Pflanze?


Der Weg ist unkompliziert zu gehen. Nur einmal sind Hilfen angebracht, um die Höhen im Rheinischen Schiefergebirge zu überwinden.


Sicherung.
Sicherung.


Die Sonne zaubert verschiedenste Grüntöne der Vegetation entlang der Traumschleife hervor.



Und immer wieder taucht sie auf: die Aussichtsplattform, welche ich unbedingt erreichen möchte. In Vorfreude auf den Ausblick, den ich von dort wohl haben werde.


Aussicht auf die Aussichtsplattform.
Aussicht auf die Aussichtsplattform.
Und wieder "schaut" Burg Sterrenberg um die Ecke.
Und wieder "schaut" Burg Sterrenberg um die Ecke.
Räuberleiter.
Räuberleiter.


Angekommen am Aussichtspunkt der betenden Nonne.


Mit dem Blick auf Kestert (rechtsrheinisch) und Hirzenach (linksrheinisch) und den Wilpertskopf, an dem man vorbeikommt, wenn man die Traumschleife Rheingold wandert - den Blick von dort durfte ich auch schon erleben.


Die Legende der "betenden Nonne" besagt, dass hier im 30-jährigen Krieg die Nonnen aus dem Weilerer Kloster vor den Schweden flüchten wollten. Sie schafften es nicht. Nur eine Schwester floh hier zur Ziehlay und betete zur Muttergottes: man möge sie vor den Schweden retten und zu Stein erstarren lassen.


Die betende Nonne. Blick auf Kestert und Hirzenach.
Die betende Nonne. Blick auf Kestert und Hirzenach.
Begleiter am Wegesrand.
Begleiter am Wegesrand.


Die St. Peter Kirche in Weiler ist im 13. Jahrhundert erbaut worden.


Turm der St. Peter Kirche.
Turm der St. Peter Kirche.


Mein Weg führt mich durch das Tal des Weilerbachs. Hier in diesem Tal "verlassen" Rheinburgenweg und Jakobsweg die Traumschleife und biegen nach links rheinaufwärts ab. Der kühle Wind, der durch das Tal streicht, ist sehr angenehm und erleichtert den Aufstieg auf die Hunsrückhöhe.


Immer wieder raschelt es rechts und links im Gebüsch. Es lässt sich nicht ausmachen, um welches Tier es sich handelt. Und somit auch nicht, wie groß das Tier/die Tiere wohl sind, die mich hier auf meinem Weg begleiten. Mutig und entschlossen schreite ich weiter.


Den Weilerbach entlang.
Den Weilerbach entlang.


Bevor ich dieses Tal verlasse und auf den Hunsrückhöhen ankomme, verlaufe ich mich doch tatsächlich und folge einem breiteren Weg statt nach links abzubiegen. Jedoch nach ca fünf Minuten merke ich, dass ich falsch bin. Wieder zurück schaue ich nochmal an dieser Entscheidungssituation genauer hin: stimmt. Ich war wohl zu schnell unterwegs und habe ein Hinweisschild glatt übersehen.


Wieder aus dem Tal heraus und auf der Höhe angekommen, faszinieren mich die vielen Farben der Blumen, der Felder - eine schöne Abwechslung nach dem Grün der Vegetation im Weilerbach-Tal.



Kornblumen.
Kornblumen.
Korblumenblau. Weiß. Rot. Gelb. Grün.
Korblumenblau. Weiß. Rot. Gelb. Grün.


Ich bin angekommen. Kurz vor Fleckertshöhe, dem höchsten Ort im Vorderhunsrück, tut sich mir dieser Blick auf das Rheintal und den Taunus auf.



Endlich stehe ich auf dem Aussichtsturm, der mir einen grandiosen Blick ermöglicht. Ich sehe die Marksburg bei Braubach und habe einen genialen Blick über das Rheintal hinweg.


Die fünf Seen.....habe ich nicht ausmachen können, lediglich vier. Was habe ich wohl wo übersehen?


Ich habe bestimmt 20 Minuten absolute Ruhe auf diesem Aussichtsturm. Plötzlich jedoch - was ist das? Eine enorme Geräuschkulisse, sie wird immer lauter..... Schließlich entdecke ich den Grund, welcher mich direkt meinen Aufenthalt auf dem 27 m hohen Turm beenden lässt: der Turm ist Ziel einer riesigen Gruppe, die ihren Betriebsausflug hierhin durchführt. Wahnsinn, was für eine Geräuschkulisse und Unruhe sich unterhaltende Menschen doch hervorbringen.

Mit der Ruhe ist es vorbei. Ich ergreife die Flucht und trete zügig meinen Abstieg nach Bad Salzig an.


Aussicht.
Aussicht.


Das hatte ich zu Beginn der Tour nicht vermutet: Trotz der vielen Fotostopps und Aussichtspunkt-Pausen komme ich nach 3,5 Stunden wieder im Kurpark in Bad Salzig an und werde von diesem nett dreinblickenden Fliegenpilz freundlich "empfangen".



Und da ich den Rhein während der Wandertour immer nur "von weitem" gesehen habe, schlendere ich nach der Traumschleife noch quer durch Bad Salzig direkt zum Rhein und staune auch hier aufgrund der tollen Aussichten und Einsichten. Ich sitze noch eine ganze Zeit nur am Rhein, schaue den vorbeifahrenden Schiffen nach, überlege, was sie wohl an Fracht geladen haben und welches wohl ihr Ziel sein wird.


Der Rhein. Auf dem Weg zur Nordsee.
Der Rhein. Auf dem Weg zur Nordsee.
Rheinkilometer 566. Im Unesco-Welterbe.
Rheinkilometer 566. Im Unesco-Welterbe.


Eine wunderschöne Tour. Einfach zwischendurch. Wie schön ich es doch habe. Vor meiner Haustür.


Gehaichnis! :-)


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Kommentare: 2
  • #1

    Hubert (Sonntag, 12 Juli 2015 12:49)

    Awwwhhh! Das sieht echt nach einer tollen Tour aus! Herrlich

  • #2

    Anja (Freitag, 17 Juli 2015 22:35)

    @Hubert - es ist auch wirklich eine tolle Traumschleife! Wirst wohl nochmal in unsere Gegend kommen müssen. Und vielleicht klappt's dann tatsächlich mit einer gemeinsamen Wandertour!
    LG Anja